
Der wahre Preis eines Smartphones liegt nicht im Kaufpreis, sondern in den laufenden Kosten des Ökosystems, die sich über die Jahre summieren.
- Ein Systemwechsel erzwingt oft den Neukauf aller bereits bezahlten Apps und digitalen Inhalte, was schnell hunderte Euro kosten kann.
- Die Wahl des Ökosystems beeinflusst direkt die Kosten für Zubehör, Reparaturen und sogar Familienabonnements.
Empfehlung: Analysieren Sie vor dem Kauf nicht nur das Gerät, sondern die gesamten „digitalen Wiederbeschaffungskosten“ und die langfristige Kompatibilität mit Ihrem digitalen Leben.
Die Debatte zwischen Apple und Android scheint so alt wie das Smartphone selbst. Oft reduziert sie sich auf eine einfache Frage: Ist das teurere iPhone sein Geld wert oder bietet ein Android-Gerät mehr für weniger? Doch diese Diskussion greift zu kurz. Der Anschaffungspreis ist nur die Spitze des Eisbergs. Die wahre finanzielle Belastung – oder Ersparnis – entsteht erst im Laufe der Jahre durch die unsichtbaren Fesseln des jeweiligen Ökosystems. Es sind die kleinen, aber stetigen Ausgaben für Apps, die Inkompatibilität von Zubehör oder die unterschiedlichen Preise für Abonnements, die am Ende über hunderte Euro entscheiden.
Während viele Vergleiche bei der Hardware aufhören, beleuchten wir die versteckten Kostenfallen und die unbemerkte „Ökosystem-Reibung“ im Alltag. Denn die entscheidende Frage ist nicht, was Sie heute für Ihr Handy bezahlen. Die entscheidende Frage ist: Welches System zwingt Sie morgen zu Ausgaben, die Sie nicht vorhergesehen haben? Statt also über Megapixel und Gigahertz zu streiten, tauchen wir tief in die wirtschaftlichen Realitäten beider Welten ein. Wir quantifizieren die Kosten von App-Neukäufen, analysieren die Langlebigkeit und Reparaturkosten und decken auf, wie Ihre Systemwahl die Ausgaben Ihrer ganzen Familie beeinflussen kann. Das Ziel ist es, Ihnen eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu liefern, die weit über den Kassenbon hinausgeht.
Dieser Artikel führt Sie durch die entscheidenden finanziellen Aspekte beider Ökosysteme. Anhand konkreter Beispiele und Daten analysieren wir die tatsächlichen Gesamtkosten, damit Ihre nächste Smartphone-Entscheidung nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern auch eine wirtschaftlich kluge Investition wird.
Inhaltsverzeichnis: Die Kostenfallen von Apple und Android im Detail
- Warum der Wechsel von iOS zu Android oft teurer ist als das neue Handy selbst?
- Wie Sie iPad und Windows-PC ohne Drittanbieter-Chaos synchronisieren?
- Apple vs. Google: Wer verkauft Ihre Standortdaten seltener an Werbenetzwerke?
- Das Zubehör-Teil für 30 €, das in Ihrem Ökosystem nutzlos wird
- Wie Familien durch System-Sharing bis zu 200 € im Jahr bei Abos sparen?
- Warum 30% Provision an Apple Ihr Geschäftsmodell unrentabel machen können?
- Warum ein günstiges China-Handy Sie durch fehlende Sicherheitsupdates gefährdet?
- Welches Smartphone hält 5 Jahre und lässt sich günstig in Deutschland reparieren?
Warum der Wechsel von iOS zu Android oft teurer ist als das neue Handy selbst?
Der verlockende Preis eines neuen Android-Flaggschiffs kann schnell seinen Glanz verlieren, wenn man die „digitalen Wiederbeschaffungskosten“ berücksichtigt. Der größte Schock für viele Wechsler ist eine simple, aber teure Tatsache: Ihre für iOS gekauften Apps sind auf Android wertlos. Jeder Euro, den Sie in professionelle Bildbearbeitungs-Apps, spezialisierte Produktivitäts-Tools oder einfach nur Ihr Lieblingsspiel investiert haben, muss erneut ausgegeben werden. Dieser Effekt potenziert sich mit jedem In-App-Kauf und jeder freigeschalteten Premium-Funktion. Über Jahre können sich hier Beträge ansammeln, die den Preis eines Mittelklasse-Smartphones übersteigen.
Während die meisten Apps auf den ersten Blick kostenlos sind – laut einer Studie waren im Apple App Store 89,02 Prozent der Apps kostenlos – sind es oft die bezahlten Nischenanwendungen, die den höchsten Wert für Nutzer haben und beim Wechsel die größten Kosten verursachen. Die Lizenzen sind an das Ökosystem gebunden, nicht an den Nutzer. Das bedeutet, ein Wechsel von iOS zu Android oder umgekehrt ist wie ein Umzug in ein neues Land, in dem Ihre alte Währung nicht akzeptiert wird: Sie müssen alles neu kaufen.
Die folgende Tabelle verdeutlicht die häufigsten Kostenfaktoren, die beim Systemwechsel auftreten und oft unterschätzt werden. Es sind nicht nur die Apps selbst, sondern auch die darin enthaltenen Fortschritte und Käufe, die verloren gehen.
| Kostenfaktor | Von iOS zu Android | Von Android zu iOS |
|---|---|---|
| Gekaufte Apps | Neukauf erforderlich | Neukauf erforderlich |
| In-App-Käufe | Nicht übertragbar | Nicht übertragbar |
| Spielstände | Meist verloren | Teilweise übertragbar |
| Abonnements | Neu abschließen | Neu abschließen |
Checkliste: Audit Ihrer digitalen Wechselkosten
- App-Inventur: Erstellen Sie eine Liste aller gekauften Apps und deren Neupreis im Ziel-Ökosystem.
- In-App-Käufe prüfen: Summieren Sie alle wichtigen In-App-Käufe (z. B. „Pro-Versionen“), die Sie erneut tätigen müssten.
- Abo-Check: Überprüfen Sie, ob Ihre Abos (z. B. über den App Store) direkt beim Anbieter günstiger sind und plattformunabhängig verwaltet werden können.
- Datenmigration bewerten: Recherchieren Sie, ob wichtige Daten wie Spielstände oder Chat-Verläufe (z. B. WhatsApp) vollständig übertragbar sind.
- Gesamtkosten kalkulieren: Addieren Sie alle potenziellen Neukäufe und vergleichen Sie diese Summe mit der Ersparnis durch das neue Gerät.
Letztendlich ist der Lock-in-Effekt durch App-Käufe eine bewusste Strategie beider Plattformen. Bevor Sie also wechseln, sollten Sie eine ehrliche Bestandsaufnahme Ihrer digitalen Besitztümer machen. Manchmal ist die Treue zum alten System die wirtschaftlich klügere Entscheidung.
Wie Sie iPad und Windows-PC ohne Drittanbieter-Chaos synchronisieren?
Eine der größten Sorgen für Nutzer, die sich in beiden Welten bewegen, ist die „Ökosystem-Reibung“ – das ständige Gefühl, dass Geräte nicht reibungslos zusammenarbeiten. Die Kombination aus einem Apple iPad und einem Windows-PC ist ein klassisches Beispiel. Viele glauben, dass eine nahtlose Synchronisation ohne teure Drittanbieter-Software oder umständliche Workarounds unmöglich ist. Das ist ein Mythos. Die Lösung liegt nicht in speziellen Tools, sondern in einer strategischen Verlagerung des Arbeitsflusses in die Cloud.
Statt auf proprietäre Lösungen wie Apples AirDrop oder lokale Dateispeicher zu setzen, wird ein plattformübergreifender Cloud-Dienst wie Microsoft OneDrive, Google Drive oder Dropbox zur zentralen Datendrehscheibe. Dokumente, Fotos und andere Dateien werden nicht mehr direkt zwischen den Geräten, sondern über diesen neutralen Hub synchronisiert. Ergänzt wird dies durch die konsequente Nutzung von Apps, die auf beiden Plattformen nativ verfügbar sind, wie die Microsoft Office-Suite oder Streaming-Dienste wie Spotify. Für Apple-spezifische Dienste wie Notizen oder Kalender bietet sich oft die Nutzung der Web-Versionen (z.B. iCloud.com) im Browser des Windows-PCs an.

Dieser Ansatz minimiert die Abhängigkeit von einem einzigen Hersteller und schafft eine flexible Arbeitsumgebung, in der die Wahl des Geräts sekundär wird. Der Schlüssel liegt darin, nicht die Geräte, sondern die Daten zu synchronisieren. Anstatt zu versuchen, zwei verschlossene Systeme mit Gewalt zu verbinden, nutzt man offene, webbasierte Brücken, um die Kluft zu überwinden. So wird die Zusammenarbeit zwischen iPad und Windows-PC vom potenziellen Albtraum zu einem effizienten, kostenlosen Workflow.
Durch diese disziplinierte Nutzung von Cloud-Diensten und plattformübergreifenden Apps wird die Systemfrage zu einer reinen Präferenz der Benutzeroberfläche, nicht zu einer technischen Barriere. Die angebliche Inkompatibilität ist oft nur ein Mangel an strategischer Organisation.
Apple vs. Google: Wer verkauft Ihre Standortdaten seltener an Werbenetzwerke?
Im digitalen Zeitalter sind persönliche Daten eine Währung. Die Frage ist, wie die beiden großen Ökosysteme mit diesem Kapital umgehen. Hier zeigt sich ein fundamentaler Unterschied in den Geschäftsmodellen: Google ist ein Werbeunternehmen, Apple ein Hardware-Hersteller. Diese Unterscheidung hat tiefgreifende Auswirkungen auf den Umgang mit Ihren Daten. Während Google Daten sammelt, um personalisierte Werbung zu optimieren und zu verkaufen, positioniert sich Apple als Hüter der Privatsphäre, da sein Hauptumsatz aus dem Verkauf von Geräten und Diensten stammt.
Dieser Unterschied wird technisch untermauert. Apple setzt auf eine umfassende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Dienste wie iMessage und FaceTime und führt viele Datenverarbeitungsschritte direkt auf dem Gerät durch („On-Device Intelligence“), sodass sensible Informationen das Gerät nie verlassen. Google hat zwar erhebliche Fortschritte bei der Verschlüsselung gemacht, doch die Fragmentierung des Android-Ökosystems bedeutet, dass das Sicherheitsniveau stark vom jeweiligen Gerätehersteller und dessen Anpassungen am Betriebssystem abhängt. Der McAfee Security Report unterstreicht dies:
Apple’s encryption covers not just the general data stored on the device but also communication through services like iMessage and FaceTime. Google has made significant strides in standardizing encryption across Android devices, but the variability in hardware and customizations by original equipment manufacturers varies depending on the device manufacturer and model.
– McAfee Security Report, iOS- und Android-Sicherheit im Vergleich
Apples Haltung zeigt sich auch im Umgang mit staatlichen Anfragen. Der Transparenzbericht des Unternehmens enthüllt, dass Apple im ersten Halbjahr 2022 weltweit 1.730 staatliche Aufforderungen zur Entfernung von Apps erhielt – eine Zahl, die das Unternehmen veröffentlicht, um Transparenz zu demonstrieren. Diese „Daten-Dividende“ bei Apple ist also keine garantierte Anonymität, sondern ein geringeres systematisches Interesse an der kommerziellen Verwertung Ihrer persönlichen Informationen. Bei Android ist der Nutzer Teil des Produkts, bei Apple ist er primär der Kunde, der für das Produkt bezahlt.
Letztlich muss jeder Nutzer selbst entscheiden: Bevorzuge ich die potenziell besseren, weil datengestützten, kostenlosen Dienste von Google oder zahle ich einen Aufpreis für Hardware und ein Ökosystem, das verspricht, meine Daten stärker zu schützen?
Das Zubehör-Teil für 30 €, das in Ihrem Ökosystem nutzlos wird
Einer der subtilsten, aber finanziell spürbarsten Aspekte des „Lock-in“-Effekts ist die Zubehör-Falle. Haben Sie jemals ein 30-Euro-Ladekabel, einen teuren Adapter oder eine spezielle Dockingstation gekauft? Bei einem Systemwechsel kann genau dieses Zubehör über Nacht zu Elektroschrott werden. Apple ist der unangefochtene Meister dieser Strategie. Jahrelang war der proprietäre Lightning-Anschluss das Symbol für diese Exklusivität. Jeder, der ein iPhone besaß, brauchte spezielle Kabel und Zubehör, die in der Android-Welt (die längst auf den USB-C-Standard setzte) nutzlos waren.
Obwohl Apple durch den Druck der EU nun ebenfalls auf USB-C umstellt, bleibt das Prinzip bestehen. Das Ökosystem ist darauf ausgelegt, dass Apple-Produkte am besten mit anderem Apple-Zubehör funktionieren. Denken Sie an die nahtlose Kopplung von AirPods, die Apple Watch, die nur mit einem iPhone funktioniert, oder magnetisches MagSafe-Zubehör. Jeder dieser Käufe ist eine weitere finanzielle Bindung an das iOS-Ökosystem. Diese Investitionen schaffen eine hohe Hürde für einen Wechsel, da sie den finanziellen Verlust maximieren würden.

Android ist hier prinzipiell offener, da die meisten Hersteller auf den universellen USB-C-Standard und Bluetooth-Protokolle setzen, die mit einer breiteren Palette von Zubehörteilen von Drittanbietern kompatibel sind. Doch auch hier gibt es Ausnahmen, etwa bei speziellen Schnellladetechnologien oder Software-Features, die nur mit Zubehör desselben Herstellers (z.B. Samsung) optimal funktionieren. Der entscheidende Unterschied ist jedoch, dass die Grundkompatibilität im Android-Lager deutlich höher ist.
Die Entscheidung für ein Ökosystem ist also auch eine Entscheidung über die zukünftige Freiheit bei der Wahl Ihres Zubehörs. Apple bietet eine perfekt abgestimmte, aber geschlossene Welt. Android bietet mehr Flexibilität, die jedoch gelegentlich mit kleineren Kompatibilitätsproblemen erkauft wird.
Wie Familien durch System-Sharing bis zu 200 € im Jahr bei Abos sparen?
Für Einzelpersonen mögen die Kosten für Abonnements überschaubar sein, doch für Familien summieren sie sich schnell. Hier spielen die Ökosysteme ihre Stärken aus – oder offenbaren ihre Schwächen. Sowohl Apple als auch Google bieten Familienfreigaben an, mit denen sich Abonnements für Musik, Filme, Cloud-Speicher und mehr mit bis zu sechs Personen teilen lassen. Die Ersparnis gegenüber Einzelabos ist enorm und kann mehrere hundert Euro pro Jahr betragen.
Der Teufel steckt jedoch im Detail, insbesondere bei den Preisen für Dienste von Drittanbietern. Ein Paradebeispiel ist YouTube Premium. Während der Dienst direkt über Google oder auf einem Android-Gerät 12,99 € pro Monat kostet, zahlen iOS-Nutzer, die das Abo über den App Store abschließen, satte 16,99 €. Dieser Aufpreis von 4 Euro pro Monat ist die direkte Folge der Provision, die Apple von den Entwicklern verlangt und die Google an die Kunden weitergibt. Auf das Jahr gerechnet sind das 48 € Mehrkosten für denselben Dienst, nur weil er über das „falsche“ System abonniert wurde. Dieser Trick lässt sich umgehen, indem man das Abo im Webbrowser abschließt, aber viele Nutzer tappen unwissentlich in diese Kostenfalle.
Die Familienabos der Hersteller selbst bieten ebenfalls erhebliche Sparpotenziale, wie der Vergleich zeigt. Je nach genutzten Diensten kann das eine oder andere Paket attraktiver sein.
| Service | Einzelabo | Familienabo | Ersparnis Familie |
|---|---|---|---|
| Apple One Familie | – | 28,95 €/Monat | Bis zu 25 €/Monat |
| YouTube Premium Familie | 13,99 € | 22,99 € | Bis zu 47 €/Monat bei 5 Nutzern |
| Google One + YouTube | Variabel | Ab 25 €/Monat | Bis zu 35 €/Monat |
Die Entscheidung für ein einheitliches System innerhalb der Familie kann die Verwaltung von Abos vereinfachen und das Sparpotenzial maximieren. Ein gemischtes Umfeld aus iPhones und Android-Geräten kann hingegen zu Kompatibilitätsproblemen und höheren Kosten führen, wenn Dienste nicht auf allen Geräten geteilt werden können.
Letztlich ist eine strategische Planung der digitalen Abonnements für Familien unerlässlich. Die konsequente Nutzung eines Ökosystems und das bewusste Abschließen von Abos außerhalb der App Stores können die jährlichen Ausgaben signifikant senken.
Warum 30% Provision an Apple Ihr Geschäftsmodell unrentabel machen können?
Für den normalen Nutzer ist es nur eine Zahl, für App-Entwickler und kleine Unternehmen kann sie über Erfolg oder Misserfolg entscheiden: die Provision der App-Store-Betreiber. Jahrelang war die Regel einfach und umstritten: Apple und Google behielten 30% aller Einnahmen ein, die über ihre Stores generiert wurden, sei es durch App-Käufe, In-App-Käufe oder Abonnements. Für ein Start-up, das eine App mit einem knappen Budget entwickelt, kann dieser Anteil den Unterschied zwischen Profitabilität und Insolvenz ausmachen.
Diese hohe Provision zwingt Entwickler oft dazu, die Preise für die Endkunden zu erhöhen, was die Apps auf der Plattform teurer macht als nötig. Der Druck von Regulierungsbehörden, insbesondere der Europäischen Union mit dem Digital Markets Act (DMA), hat hier jedoch für Bewegung gesorgt. Apple musste seine rigiden Regeln in der EU aufweichen. Entwickler haben nun die Wahl: Sie können bei den alten 30% (bzw. 15% für kleine Entwickler) bleiben oder in ein neues Modell wechseln.
Dieses neue Modell, das durch EU-Druck entstand, sieht komplexere Gebühren vor. So können iOS-App-Entwickler in der EU jetzt alternative Bedingungen mit einer Provision von 17 Prozent akzeptieren, plus einer zusätzlichen Gebühr von 3 Prozent, wenn sie Apples System für In-App-Käufe nutzen. Hinzu kommt eine umstrittene „Core Technology Fee“ von 50 Cent pro Nutzer und Jahr nach dem ersten Million Downloads, was für kostenlose Apps mit vielen Nutzern ein neues Risiko darstellt.
Apple selbst argumentiert, dass der App Store ein riesiges, sicheres und wertvolles Ökosystem für Entwickler geschaffen hat. Das Unternehmen betont, dass ein Großteil der Einnahmen direkt an die Entwickler fließt. Diese Perspektive ist wichtig, um das Bild zu vervollständigen, ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Provisionen einen erheblichen Kostenfaktor für digitale Geschäftsmodelle darstellen.
Für Verbraucher bedeutet dies: Die Preise, die Sie im App Store oder Play Store sehen, sind nicht nur der Wert der App, sondern beinhalten auch die „Miete“, die der Entwickler an den Plattformbetreiber zahlen muss. Ein Bewusstsein für diese Dynamik hilft, Preisunterschiede zwischen den Plattformen oder zwischen App-Kauf und direktem Web-Abo besser einzuordnen.
Warum ein günstiges China-Handy Sie durch fehlende Sicherheitsupdates gefährdet?
Ein niedriger Preis ist verlockend, aber im Smartphone-Markt kann er mit einem unsichtbaren, aber hohen Risiko verbunden sein: mangelnde Software-Unterstützung. Gerade günstige Android-Geräte von weniger bekannten Herstellern fallen oft durch eine unzureichende Update-Politik auf. Während das Gerät zum Kaufzeitpunkt sicher sein mag, wird es ohne regelmäßige Sicherheitsupdates schnell zu einem offenen Tor für Malware, Trojaner und Datendiebstahl. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt regelmäßig vor solchen Gefahren, insbesondere vor Schadsoftware, die auf deutsche Banking-Apps abzielt.
Hier liegt einer der größten, wenn auch am wenigsten greifbaren, Vorteile der Premium-Ökosysteme. Apple ist bekannt dafür, seine Geräte über einen sehr langen Zeitraum mit Updates zu versorgen. Selbst das iPhone 6s aus dem Jahr 2015 erhielt bis Anfang 2024 noch wichtige Sicherheitspatches – ein Zeitraum von über acht Jahren. Google und Samsung haben nachgezogen und bieten für ihre aktuellen Topmodelle mittlerweile ebenfalls sieben Jahre lang Updates. Dies ist ein entscheidender Faktor für die Langlebigkeit und den Werterhalt eines Geräts.
Eine von MediaMarkt durchgeführte Analyse bestätigt diesen Trend: Apple versorgt iPhones in der Regel fünf Jahre lang mit großen iOS-Updates und noch länger mit Sicherheitsupdates. Bei Samsung gilt die lange Update-Garantie von sieben Jahren nur für die teuren Topmodelle der Galaxy-S-Serie. Bei günstigeren Android-Geräten endet der Support oft schon nach zwei bis drei Jahren. Das bedeutet, dass ein heute gekauftes Billig-Smartphone in zwei Jahren möglicherweise schon ein Sicherheitsrisiko darstellt, während ein teureres iPhone oder Google Pixel noch viele Jahre sicher genutzt werden kann.
Ein günstiger Kaufpreis kann sich also schnell als teurer Fehler erweisen, wenn er mit dem Risiko von Datenverlust oder Identitätsdiebstahl erkauft wird. Die Investition in ein Gerät mit einer langen, garantierten Update-Versorgung ist eine Versicherung gegen zukünftige digitale Bedrohungen und ein wesentlicher Beitrag zur Nachhaltigkeit.
Das Wichtigste in Kürze
- Die wahren Kosten eines Smartphones liegen in den Folgekosten für Apps, Zubehör und Reparaturen, nicht im Anschaffungspreis.
- Die Update-Garantie ist ein entscheidender Faktor für die Sicherheit und Langlebigkeit eines Geräts und rechtfertigt oft einen höheren Kaufpreis.
- Eine strategische Nutzung plattformübergreifender Cloud-Dienste kann die „Ökosystem-Reibung“ minimieren und Kosten sparen.
Welches Smartphone hält 5 Jahre und lässt sich günstig in Deutschland reparieren?
Die Lebensdauer eines Smartphones wird nicht nur durch Software-Updates bestimmt, sondern auch durch seine physische Widerstandsfähigkeit und die Kosten für Reparaturen. Ein Gerät, das fünf Jahre lang sicher mit Updates versorgt wird, ist nutzlos, wenn eine einfache Display-Reparatur den Restwert übersteigt. Hier zeigen sich deutliche Unterschiede in der Philosophie der Hersteller, die direkte Auswirkungen auf die Gesamtbetriebskosten haben.
Apple-Geräte sind in der Anschaffung teuer, und ihre Reparaturpreise in offiziellen Stores sind es ebenfalls. Ein Displaytausch kann schnell über 300 € kosten. Gleichzeitig behalten iPhones aber einen hohen Wiederverkaufswert, was die effektiven Gesamtkosten senkt. Wie Handytick.de analysiert, ist die Langlebigkeit der verbauten Komponenten ein Schlüssel zum Erfolg:
Apple-Geräte kosten zwar mehr; dafür behalten sie ihren Wert auch länger. Der Hersteller verbaut Prozessoren, Displays und Kameras, die auch Jahre nach dem Release noch überzeugen können. Das zeigt sich auf dem Second Hand-Markt.
– Handytick.de, Apple Ökosystem Analyse 2024

Im Android-Lager gibt es ein breiteres Spektrum. Während Topmodelle von Samsung ebenfalls hohe Reparaturkosten verursachen können, gibt es Pioniere wie Fairphone, die auf maximale Reparierbarkeit setzen. Hier kann der Nutzer mit einem einfachen Schraubenzieher und günstigen Ersatzteilen Display oder Akku selbst tauschen. Dies senkt die langfristigen Kosten drastisch und fördert einen nachhaltigen Umgang mit Technik. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über typische Reparaturkosten und Update-Garantien in Deutschland.
| Gerät | Display-Reparatur | Akku-Tausch | Update-Garantie |
|---|---|---|---|
| iPhone 13 | 311 € (Apple Store) | 95 € | 6-7 Jahre |
| Samsung Galaxy S21 | 250-280 € | 80 € | 4 OS + 5 Jahre Sicherheit |
| Fairphone 4 | 80 € (Selbstreparatur) | 30 € | 5+ Jahre garantiert |
| Google Pixel | 200-250 € | 70 € | 7 Jahre |
Ihre Entscheidung sollte also nicht nur auf dem heutigen Preis basieren, sondern auch eine Wette auf die Zukunft sein: Vertrauen Sie auf einen hohen Wiederverkaufswert, auf die Möglichkeit zur günstigen Selbstreparatur oder auf eine möglichst lange garantierte Update-Versorgung? Die Antwort auf diese Frage definiert, welches Smartphone für Sie wirklich am günstigsten ist.
Häufige Fragen zu den Kosten von Apple vs. Android
Warum sind günstige Android-Handys ein Sicherheitsrisiko?
Günstige Android-Handys erhalten oft nur für kurze Zeit oder gar keine Sicherheitsupdates vom Hersteller. Wenn im Laufe der Zeit Sicherheitslücken im Betriebssystem entdeckt werden, bleiben diese auf den Geräten offen. Dadurch laufen Sie Gefahr, dass Hacker diese Lücken ausnutzen, um an Ihre Daten zu gelangen, Malware zu installieren oder Ihr Gerät für kriminelle Aktivitäten zu missbrauchen.
Wie unterscheiden sich die Update-Zyklen?
Hier gibt es große Unterschiede. Apple versorgt seine iPhones in der Regel 6-8 Jahre lang mit Sicherheitsupdates. Premium-Android-Hersteller wie Google und Samsung garantieren für ihre Topmodelle mittlerweile ebenfalls 7 Jahre Updates. Günstige Anbieter hingegen garantieren oft nur 2 Jahre Updates, manchmal sogar weniger, was die Geräte schnell unsicher macht.
Was ist das BSI-Risiko?
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt regelmäßig vor spezifischen Bedrohungen für mobile Geräte in Deutschland. Dazu gehören beispielsweise Trojaner, die speziell darauf ausgelegt sind, Anmeldedaten von deutschen Banking-Apps abzugreifen. Ein Smartphone ohne aktuelle Sicherheitsupdates ist ein leichtes Ziel für solche Angriffe, was ein erhebliches finanzielles Risiko darstellt.