Veröffentlicht am März 12, 2024

Die Umstellung auf Gesten ist kein Zufall, sondern ein bewusster Design-Kompromiss für größere, randlose Displays.

  • Physische Tasten bieten unersetzliche haptische Sicherheit, begrenzen aber die nutzbare Bildschirmfläche.
  • Gestensteuerung maximiert die Anzeigefläche und wirkt minimalistischer, opfert jedoch die intuitive Blindbedienung und erfordert eine Lernphase.

Recommandation: Verstehen Sie die Logik hinter der Gestensteuerung, um die Einstellungen für sich zu optimieren, statt frustriert zur alten 3-Tasten-Navigation zurückzukehren.

Erinnern Sie sich an das befriedigende Klicken der Home-Taste? Oder an die unmissverständliche Zurück-Taste, die immer an derselben Stelle saß? Diese vertraute Sicherheit ist für viele Smartphone-Nutzer in Deutschland einer vagen Wischgeste gewichen, die mal funktioniert und mal nicht. Die Frustration ist spürbar und die erste Reaktion oft der Wunsch, die alten drei Navigationsbuttons einfach wiederherzustellen. Doch dieser Schritt, obwohl technisch möglich, ist oft nur ein Symptom, das behandelt wird, nicht die Ursache.

Als Interface-Designer erlebe ich diese Kluft täglich. Der Wandel zur Gestensteuerung ist keine willkürliche Modeerscheinung, sondern das Ergebnis eines fundamentalen Design-Kompromisses. Auf der einen Seite steht der Wunsch nach maximaler Bildschirmfläche und einer Ästhetik des Minimalismus, die tief in der deutschen Designtradition, etwa dem Bauhaus, verwurzelt ist. Auf der anderen Seite steht das menschliche Bedürfnis nach taktilem Feedback und einem stabilen mentalen Modell – zu wissen, wo man drücken muss, ohne hinzusehen. Die landläufige Meinung ist oft, dass die neue Bedienung einfach „schlechter“ sei. Aber was, wenn die wahre Lösung nicht in der Rückkehr zum Alten liegt, sondern im Verständnis des Neuen?

Dieser Artikel zieht den Vorhang zurück. Wir werden nicht nur die praktischen Probleme wie die Bedienung mit Hülle oder Handschuhen beleuchten. Wir werden die technischen Hintergründe von „hohlem“ und „knackigem“ Vibrationsfeedback entschlüsseln und Ihnen zeigen, wie Sie durch gezielte Einstellungen die digitale Souveränität über Ihr Gerät zurückgewinnen. Es geht darum, die Absicht hinter dem Design zu verstehen, um das Werkzeug Smartphone endlich wieder meisterhaft und nicht mit wachsendem Unmut zu bedienen.

Um diesen komplexen Themen auf den Grund zu gehen und Ihnen konkrete Lösungen an die Hand zu geben, haben wir diesen Artikel in übersichtliche Abschnitte gegliedert. Der folgende Überblick führt Sie durch die zentralen Fragen und Antworten rund um die moderne Smartphone-Bedienung.

Wie funktioniert das Wischen vom Rand und warum scheitert es mit Hülle oft?

Die „Zurück“-Geste durch Wischen vom Bildschirmrand ist technisch faszinierend und frustrierend zugleich. Moderne Smartphones nutzen kapazitive Touchscreens, die ein feines elektrisches Feld erzeugen. Ihr Finger stört dieses Feld, und das Gerät registriert die genaue Position der Berührung. Die ergonomische Absicht hinter der Wischgeste ist, dass sie von überall am Rand ausgelöst werden kann. Doch genau hier liegt das Problem, wenn eine Schutzhülle ins Spiel kommt. Der erhöhte Rand der meisten Hüllen verhindert, dass Ihr Finger die Geste ganz am Rand des aktiven Touch-Bereichs beginnen kann. Das System interpretiert die Eingabe dann oft fälschlicherweise als Scrollen innerhalb einer App statt als Systembefehl „Zurück“.

Dieses Problem ist weit verbreitet. Da laut einer Bitkom-Umfrage 91% der Smartphone-Besitzer in Deutschland eine Schutzhülle nutzen, ist die Fehlerquote bei der Gestensteuerung ein Massenphänomen. Je dicker und robuster die Hülle, desto größer wird die „tote Zone“ am Rand, in der die Geste nicht zuverlässig erkannt wird. Es ist ein klassischer Konflikt zwischen der Design-Philosophie des Herstellers (schlank, randlos) und der Lebensrealität der Nutzer (Schutz vor Stürzen).

Glücklicherweise sind Sie diesem Problem nicht hilflos ausgeliefert. Es gibt mehrere Lösungsansätze, um die Zuverlässigkeit der Gestensteuerung auch mit einer Hülle deutlich zu verbessern:

  • Empfindlichkeit anpassen: Viele Android-Geräte bieten in den Einstellungen unter „System“ -> „Gesten“ die Möglichkeit, die Empfindlichkeit für die „Zurück“-Geste für die linke und rechte Seite getrennt einzustellen. Eine höhere Empfindlichkeit kann hier helfen.
  • Dünnere Hüllen: Prüfen Sie, ob eine Hülle mit einem weniger stark ausgeprägten Rand das Problem löst.
  • Alternative Gesten-Apps: Anwendungen wie „Fluid N.G.“ aus dem Play Store ermöglichen eine weitreichende Personalisierung der Gestenbereiche und -aktionen.
  • Umschalten auf 3-Tasten-Navigation: Wenn alle Stricke reißen, bleibt dies die zuverlässigste Option, um die volle Kontrolle ohne Frust zurückzuerlangen.

Letztendlich müssen Sie den für Sie passenden Kompromiss zwischen perfektem Schutz und einwandfreier Bedienbarkeit finden.

Wie bedienen Sie den Touchscreen im Winter mit Handschuhen?

Ein kalter deutscher Wintertag, die Hände in dicken Handschuhen, und das Smartphone klingelt. Der Versuch, den Anruf anzunehmen, wird zur Geduldsprobe. Dieses alltägliche Problem hat eine einfache physikalische Ursache: Herkömmliche Handschuhe aus Wolle oder Leder sind elektrische Isolatoren. Sie verhindern den Kontakt zwischen Ihrem Finger und dem kapazitiven Touchscreen, der eine leitfähige Verbindung benötigt, um eine Berührung zu registrieren. Das elektrische Feld des Displays wird durch den dicken Stoff nicht gestört, und für das Smartphone existiert Ihr Finger schlichtweg nicht.

Die Industrie hat dieses Problem erkannt und bietet spezielle Touchscreen-Handschuhe an. In deren Fingerkuppen sind leitfähige Fäden, oft aus Silber oder Kupfer, eingewebt. Diese Fäden überbrücken die isolierende Schicht des Handschuhs und stellen den für die Bedienung notwendigen elektrischen Kontakt zum Display her. Die Qualität und Dichte dieser Fäden bestimmt dabei maßgeblich, wie präzise sich das Gerät bedienen lässt.

Hand mit Winterhandschuh versucht Smartphone im verschneiten deutschen Winter zu bedienen

Wie die Szene andeutet, ist der Kampf zwischen dicken Winterhandschuhen und glatten Displays ein wiederkehrendes Ärgernis. Neben speziellen Handschuhen gibt es jedoch weitere Strategien, um im Winter erreichbar zu bleiben. Viele Smartphones bieten einen „Handschuhmodus“ in den Display-Einstellungen, der die Empfindlichkeit des Touchscreens erhöht. Dies kann bei dünneren Handschuhen bereits ausreichen. Für komplexere Aufgaben bleiben jedoch oft nur die Sprachsteuerung über Assistenten wie Google Assistant oder Siri oder die Bedienung über eine verbundene Smartwatch als wirklich praktikable Alternativen.

Für den schnellen Einsatz sind Touchscreen-Handschuhe die direkteste Lösung, doch eine Kombination aus angepassten Einstellungen und der Nutzung von Sprachbefehlen bietet oft die größte Flexibilität.

Warum verschwinden echte Knöpfe und was bedeutet das für die Blindbedienung?

Der langsame Abschied von physischen Tasten ist einer der größten Design-Kompromisse der modernen Smartphone-Ära. Dahinter steckt nicht Willkür, sondern eine klare Design-Philosophie: die Maximierung der nutzbaren Bildschirmfläche und ein ultra-minimalistisches Erscheinungsbild. Jeder Millimeter, der nicht von einem Knopf belegt ist, kann für Inhalte genutzt werden. Doch dieser ästhetische Gewinn hat einen hohen Preis: den Verlust der haptischen Sicherheit und der intuitiven Blindbedienung. Eine physische Taste bietet einen unmissverständlichen Druckpunkt. Man kann sie in der Hosentasche ertasten, um die Lautstärke zu ändern, oder im Auto bedienen, ohne den Blick von der Straße zu nehmen.

Diese „haptische Kluft“ zwischen einer glatten Glasfläche und dem erwarteten Feedback ist der Kern des Problems. Ein verändertes mentales Modell beim Nutzer ist die Folge: Das Gehirn muss von „Drücken an einem festen Ort“ auf „Wischen in einem ungefähren Bereich“ umlernen. Dies erklärt, warum sich die Gestensteuerung für viele anfangs so unnatürlich und fehleranfällig anfühlt. Wie ein Experte der GIGA-Redaktion betont, erzwingt das System diese neue Logik rigoros, um Konsistenz zu schaffen. In einem ihrer Guides heißt es dazu:

Die neuen Gesten haben immer Priorität. Wenn sich ein Anwender darauf verlassen können muss, dass eine Zurück-Geste funktioniert, wird das System jede ähnliche App-Steuerung einfach überschreiben.

– GIGA Redaktion, GIGA Android-Guide

Die folgende Tabelle fasst den fundamentalen Unterschied zwischen den beiden Bedienkonzepten zusammen, basierend auf einer vergleichenden Analyse von Bedienelementen.

Physische Tasten vs. Gestensteuerung: Ein direkter Vergleich
Kriterium Physische Tasten Gestensteuerung
Blindbedienung Sehr gut möglich Schwierig bis unmöglich
Haptisches Feedback Klarer Druckpunkt Nur Vibration
Bedienung im Auto (StVO § 23) Rechtlich unbedenklicher Erhöhtes Ablenkungsrisiko
Bildschirmfläche Weniger nutzbar Vollständig nutzbar
Lernkurve Intuitiv Gewöhnungsbedürftig

Die Blindbedienung ist das größte Opfer auf dem Altar des Bildschirm-Minimalismus. Für viele Nutzer, insbesondere im Auto oder mit motorischen Einschränkungen, bleibt die 3-Tasten-Navigation daher die überlegene und sicherere Wahl.

Was tun, wenn das Display tippt, obwohl Sie es nicht berühren?

Sogenannte „Ghost Touches“ – also Eingaben, die ohne Ihr Zutun auf dem Display erscheinen – gehören zu den frustrierendsten Smartphone-Problemen. Das Gerät scheint ein Eigenleben zu entwickeln, öffnet Apps oder tippt wirre Zeichen. Die Ursachen dafür sind vielfältig und reichen von simplen Verschmutzungen bis hin zu komplexen Hardware-Defekten. Oft sind es jedoch externe Faktoren, die das empfindliche kapazitive System stören. Feuchtigkeit durch deutschen Nieselregen, hohe Luftfeuchtigkeit oder sogar ein nicht-zertifiziertes Ladekabel, das elektrische Interferenzen verursacht, können das Display verrücktspielen lassen.

Ein weiterer, oft übersehener Faktor ist Schmutz. Eine verschmutzte oder schlecht angebrachte Schutzfolie kann Druckpunkte erzeugen, die das System als dauerhafte Berührung interpretiert. Bevor Sie also von einem teuren Hardware-Defekt ausgehen, ist eine systematische Fehlersuche entscheidend. Gehen Sie dabei schrittweise vor, um die Fehlerquelle einzugrenzen.

Ihr Plan zur Diagnose von Ghost Touches:

  1. Reinigung: Säubern Sie das Display gründlich mit einem Mikrofasertuch und speziellem Bildschirmreiniger, um Fette und Schmutz zu entfernen.
  2. Schutzfolie prüfen: Entfernen Sie testweise die Displayschutzfolie. Oft sind Lufteinschlüsse oder Abnutzungen der Folie die Ursache.
  3. Abgesicherter Modus: Starten Sie Ihr Smartphone im abgesicherten Modus. Funktioniert hier alles normal, ist wahrscheinlich eine fehlerhafte App die Ursache.
  4. Ladezubehör wechseln: Testen Sie das Gerät ohne angeschlossenes Ladekabel oder verwenden Sie ausschließlich das Original-Ladegerät des Herstellers. Billige Netzteile sind eine häufige Störquelle.
  5. Werksreset: Als letzte Software-Lösung können Sie das Gerät auf die Werkseinstellungen zurücksetzen. Sichern Sie aber unbedingt vorher alle Ihre Daten!

Sollte keiner dieser Schritte das Problem beheben, liegt wahrscheinlich ein Hardware-Defekt am Display-Controller oder am Digitizer vor. In diesem Fall ist der Gang zu einer Fachwerkstatt leider unumgänglich.

Wie stellen Sie ein, dass ein „langes Drücken“ länger dauern darf?

Eine kurze, unabsichtliche Berührung, und schon öffnet sich ein Kontextmenü oder eine App wird zum Verschieben markiert. Dieses Problem tritt häufig auf, wenn die Standardeinstellung für „langes Drücken“ zu kurz ist. Für viele Menschen, insbesondere Senioren oder Personen mit motorischen Einschränkungen wie Tremor, ist es schwierig, den Finger absolut ruhig auf einer Stelle zu halten. Die gute Nachricht ist: Sowohl Android als auch iOS bieten hierfür eine einfache, aber wirkungsvolle Lösung in den Bedienungshilfen. Sie können die erforderliche Dauer für eine „Touch & Halten“-Geste individuell anpassen.

Diese Funktion ist mehr als nur eine Komforteinstellung; sie ist ein entscheidender Baustein für die digitale Teilhabe. Angesichts von über 60 Millionen Smartphone-Nutzern in Deutschland, mit einem stetig steigenden Anteil älterer Nutzer, gewinnen solche Bedienungshilfen massiv an Bedeutung. Sie ermöglichen es, die Bedienung an die individuellen motorischen Fähigkeiten anzupassen und Frustration durch ungewollte Aktionen zu vermeiden. Eine Verlängerung der Halte-Verzögerung auf 1,0 oder 1,5 Sekunden kann das Bedienerlebnis bereits dramatisch verbessern.

So finden Sie die Einstellung auf Ihrem Gerät:

  • Android: Navigieren Sie zu `Einstellungen` > `Bedienungshilfen` > `Interaktionssteuerung` > `Verzögerung bei Berühren und Halten`. Hier können Sie zwischen „Kurz“, „Mittel“ und „Lang“ wählen oder eine benutzerdefinierte Zeit einstellen.
  • iOS (iPhone): Gehen Sie zu `Einstellungen` > `Bedienungshilfen` > `Tippen` > `Haptic Touch`. Hier können Sie die Haltedauer von „Schnell“ auf „Langsam“ umstellen.

Zusätzlich bieten viele Geräte unter den Bedienungshilfen Optionen wie einen „Tipp-Assistenten“, der versehentliche oder mehrfache Berührungen ignoriert. Es lohnt sich, diese Einstellungen zu erkunden, um das Gerät perfekt an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Nehmen Sie sich die Zeit, diese Optionen zu testen. Es ist ein kleiner Eingriff mit oft großer Wirkung auf den täglichen Nutzungskomfort.

Warum fühlt sich das Vibrieren bei Billig-Handys „hohl“ an und bei Premium-Geräten „knackig“?

Haben Sie sich jemals gefragt, warum die Vibration Ihres iPhones oder eines Google Pixel-Smartphones so präzise und fast wie ein echter Klick wirkt, während die Vibration eines günstigeren Geräts eher wie ein lautes, schwammiges Summen klingt? Der Grund dafür liegt tief im Inneren der Geräte verborgen und ist ein perfektes Beispiel für die „haptische Kluft“: der Qualitätsunterschied im taktilen Feedback. Verantwortlich dafür sind zwei grundlegend verschiedene Arten von Vibrationsmotoren.

Günstige Smartphones verwenden meist einen ERM-Motor (Eccentric Rotating Mass). Stellen Sie sich eine kleine, unwuchtige Scheibe vor, die sich dreht. Dieser Motor ist billig in der Herstellung, aber langsam und unpräzise. Er muss erst anlaufen und nachlaufen, was das verzögerte, „hohle“ Gefühl erzeugt. Premium-Geräte setzen hingegen auf einen LRA (Linear Resonant Actuator) oder Apples weiterentwickelte „Taptic Engine“. Diese Technologie bewegt eine Masse magnetisch auf einer Linie hin und her. Sie reagiert fast verzögerungsfrei und kann extrem kurze, präzise Impulse erzeugen. Dieses Feedback ist so genau, dass es das Gehirn als „Klick“ interpretieren kann. Man spricht hier von HD-Haptik. Der Unterschied im Gefühl ist vergleichbar mit dem satten, soliden Geräusch beim Schließen einer Mercedes-Tür im Gegensatz zum klappernden Geräusch einer alten Autotür.

Die technischen Unterschiede sind gravierend und erklären den Preis- und Qualitätsunterschied vollständig.

ERM vs. LRA: Der technische Vergleich der Vibrationsmotoren
Eigenschaft ERM Motor (Budget) LRA/Taptic Engine (Premium)
Reaktionszeit 50-100ms 5-10ms
Energieverbrauch Hoch Niedrig
Präzision Ungenau Sehr präzise
Haptisches Gefühl ‚Hohl‘, verzögert ‚Knackig‘, direkt
Preis < 1€ 5-15€

Wenn Sie also das nächste Mal ein Gerät testen, achten Sie bewusst auf die Qualität der Vibration bei Tastatureingaben oder Benachrichtigungen. Sie verrät oft mehr über die allgemeine Verarbeitungsqualität des Smartphones als viele andere Spezifikationen.

Handyversicherung für 8 € im Monat: Wann lohnt sich das Kleingedruckte wirklich?

Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, und das teure neue Smartphone fällt zu Boden. Das Display ist gesprungen. Eine Handyversicherung, oft für scheinbar günstige 8 € im Monat angeboten, verspricht in solchen Fällen schnelle und unkomplizierte Hilfe. Doch rechnet sich dieser Schutz wirklich, oder ist es eine Wette, die man fast immer verliert? Die Antwort liegt, wie so oft, im Kleingedruckten. Denn 8 € pro Monat summieren sich auf 96 € pro Jahr. Eine einzelne Displayreparatur kostet je nach Modell zwischen 150 € und über 300 €. Auf den ersten Blick scheint die Versicherung also sinnvoll.

Das Problem sind die vielen Klauseln und Ausschlüsse, die den Wert der Police erheblich mindern können. Ein genauer Blick auf die Vertragsdetails ist unerlässlich, um nicht in eine Kostenfalle zu tappen. Die Hände auf dem Bild, die mit einer Lupe das Unleserliche zu entziffern versuchen, symbolisieren genau diese notwendige, aber oft mühsame Prüfung.

Detailaufnahme von Versicherungsunterlagen mit Lupe, die das Kleingedruckte einer Handyversicherung symbolisieren

Bevor Sie eine solche Versicherung abschließen, sollten Sie eine ehrliche Kosten-Nutzen-Analyse durchführen. Die folgende Checkliste hilft Ihnen dabei, die entscheidenden Fallstricke zu erkennen:

  • Selbstbeteiligung prüfen: Fast alle Verträge sehen eine Selbstbeteiligung im Schadensfall vor, die oft zwischen 50 € und 100 € liegt. Diese müssen Sie zusätzlich zu den Monatsbeiträgen zahlen.
  • Zeitwert vs. Neuwert: Viele Versicherungen erstatten nach dem ersten Jahr nur noch den Zeitwert des Geräts, der rapide sinkt.
  • Ausschluss bei „grober Fahrlässigkeit“: Dieser Gummiparagraph wird oft genutzt, um Leistungen zu verweigern. Was genau „grob fahrlässig“ ist, ist oft Auslegungssache.
  • Wasserschäden und Diebstahl: Prüfen Sie genau, welche Arten von Schäden abgedeckt sind. Einfacher Diebstahl ist oft ausgeschlossen, nur Raub oder Einbruchdiebstahl sind versichert.
  • Alternative berechnen: Überlegen Sie, ob es nicht sinnvoller ist, die 8 € pro Monat selbst auf ein separates Konto als Notfall-Rücklage zu legen. Nach zwei Jahren haben Sie so bereits 192 € angespart.

Für die meisten Nutzer, die sorgsam mit ihrem Gerät umgehen, ist das Ansparen einer eigenen Rücklage oft die wirtschaftlich sinnvollere Alternative zur teuren Versicherung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Wechsel von Tasten zu Gesten ist ein bewusster Design-Kompromiss für mehr Bildschirmfläche, der jedoch haptische Sicherheit kostet.
  • Probleme mit Hüllen, Handschuhen oder versehentlichen Eingaben sind oft keine Hardware-Fehler, sondern können durch gezielte Anpassungen in den Bedienungshilfen gelöst werden.
  • Die Qualität des haptischen Feedbacks („knackige“ Vibration) ist ein klares Unterscheidungsmerkmal zwischen Budget- und Premium-Geräten, das auf teurerer Motortechnologie (LRA statt ERM) beruht.

Faltbare Smartphones: Sind sie nach 200.000 Faltvorgängen noch dicht gegen deutschen Nieselregen?

Faltbare Smartphones sind der nächste große Schritt in der Evolution der mobilen Technologie. Sie versprechen das Beste aus zwei Welten: ein kompaktes Gerät für die Hosentasche und ein großes Display im Tablet-Format für produktives Arbeiten oder Medienkonsum. Die Hersteller werben mit beeindruckenden Zahlen, etwa einer Haltbarkeit von 200.000 Faltvorgängen. Doch die entscheidende Frage für den Alltag in Deutschland ist eine andere: Wie widerstandsfähig sind diese mechanisch komplexen Geräte gegen die Tücken des Alltags wie Staub und vor allem den typischen deutschen Nieselregen?

Die Antwort liefert die sogenannte IP-Schutzklasse. Diese zweistellige Kennzeichnung gibt an, wie gut ein Gerät gegen das Eindringen von Fremdkörpern (erste Ziffer) und Wasser (zweite Ziffer) geschützt ist. Während frühe Falt-Smartphones oft gar keinen Wasserschutz boten, erreichen aktuelle Modelle wie die von Samsung oft eine IPX8-Zertifizierung. Das „X“ bedeutet, dass kein spezifischer Schutz gegen Staub zertifiziert wurde (eine mechanische Herausforderung für das Scharnier), die „8“ steht jedoch für einen hohen Schutz gegen Wasser.

Um diese Klassifizierung in den Kontext des deutschen Wetters zu setzen, hilft ein Blick auf die folgende Tabelle, die auf den offiziellen Definitionen, wie sie etwa von Herstellern wie Samsung verwendet werden, basiert.

IP-Schutzklassen im Kontext deutscher Wetterbedingungen
IP-Klasse Schutz gegen Deutsche Realität
IPX4 Spritzwasser aus allen Richtungen Leichter Nieselregen, übersteht es
IPX7 Kurzes Untertauchen (bis 1m für 30 Min.) Sturz in eine Pfütze, kurzer Starkregen
IPX8 Dauerhaftes Untertauchen (Bedingungen vom Hersteller spezifiziert) Hält auch einem längeren Regenguss stand
IP68 Vollständig staubdicht + dauerhaftes Untertauchen Optimal für alle deutschen Wetter- und Umweltbedingungen

Ein Gerät mit IPX8-Zertifizierung ist also gut gegen Regen gewappnet. Die eigentliche Achillesferse bleibt jedoch das Scharnier. Auch wenn es gegen Wasser abgedichtet ist, kann das Eindringen von feinem Sand oder Staub über die Zeit zu mechanischen Problemen führen. Die Haltbarkeit ist somit nicht nur eine Frage der Faltvorgänge, sondern auch der Umgebungsbedingungen, in denen das Gerät genutzt wird.

Die Haltbarkeit eines Geräts hängt von vielen Faktoren ab. Es ist entscheidend, die Bedeutung von Standards wie den IP-Schutzklassen zu verstehen, um Werbeversprechen richtig einordnen zu können.

Öffnen Sie jetzt die Bedienungshilfen und Systemeinstellungen Ihres Geräts – nicht als Kapitulation vor der Technik, sondern als souveräner Nutzer, der die Werkzeuge versteht und sie für sich arbeiten lässt.

Häufige Fragen zur Smartphone-Bedienung

Welche Alternativen gibt es zu speziellen Touchscreen-Handschuhen?

Die besten Alternativen sind die Nutzung der Sprachsteuerung über Google Assistant oder Siri, um Anrufe anzunehmen oder Nachrichten zu diktieren. Auch die Bedienung über eine verbundene Smartwatch ist sehr praktisch. Für Situationen, in denen man die Finger nur kurz braucht, eignen sich auch Fingerhandschuhe mit abklappbaren Fingerkuppen.

Wo findet man in Deutschland günstige Touchscreen-Handschuhe?

Günstige und oft qualitativ gute Touchscreen-Handschuhe findet man regelmäßig in den Aktionswochen von Discountern wie Aldi und Lidl. Auch Kaffeeröster wie Tchibo haben sie oft im Wintersortiment. Für eine größere Auswahl und spezialisiertere Modelle sind Outdoor-Ausstatter wie Globetrotter oder große Online-Händler eine gute Anlaufstelle.

Geschrieben von Richter Dr. Jonas, Fachanwalt für IT-Recht und zertifizierter Datenschutzbeauftragter (TÜV) mit Spezialisierung auf mobile Sicherheit und DSGVO-Compliance. Er schützt digitale Identitäten und Unternehmensdaten vor Cyberkriminalität.