Veröffentlicht am März 11, 2024

Zusammenfassend:

  • Fokus auf rückstandsfrei entfernbare Geräte wie smarte Thermostate, Steckdosen und Leuchtmittel, die keine bauliche Veränderung darstellen.
  • Sicherheit hat Vorrang: Bevorzugen Sie Produkte mit GS- oder VDE-Siegel gegenüber billigen No-Name-Geräten, um Brandrisiken zu minimieren.
  • Setzen Sie auf den Matter-Standard, um ein herstellerunabhängiges, zukunftssicheres und beim Umzug leicht mitnehmbares „nomadisches“ Smart Home aufzubauen.
  • Nutzen Sie Automatisierungen (z. B. Heizungssteuerung per Fenstersensor), um aktiv Energiekosten zu sparen – Einsparungen von bis zu 15 % sind realistisch.

Der Wunsch nach einem intelligenten Zuhause ist groß: die Heizung vom Sofa aus steuern, das Licht per Sprache dimmen und beim Verlassen der Wohnung sicher sein, dass alle Geräte aus sind. Doch als Mieter in Deutschland steht man schnell vor einem Dilemma. Man möchte in Komfort und moderne Technik investieren, hat aber gleichzeitig die Sorge vor Ärger mit dem Vermieter, den strengen Regeln zu baulichen Veränderungen und der Angst, teure Geräte beim nächsten Umzug zurücklassen zu müssen. Viele Ratgeber enden bei der pauschalen Empfehlung, immer den Vermieter zu fragen oder sich auf simple Gadgets wie smarte Glühbirnen zu beschränken.

Diese Herangehensweise ist jedoch veraltet und schöpft das Potenzial bei Weitem nicht aus. Was wäre, wenn der Schlüssel nicht darin liegt, zu fragen, was man für die Wohnung tun darf, sondern darin, ein System aufzubauen, das vollständig Ihnen gehört und für Sie arbeitet? Der entscheidende Perspektivwechsel lautet: Denken Sie nicht in festen Installationen, sondern in einem nomadischen Smart Home. Das ist ein intelligentes, portables Ökosystem, das maximale Funktionalität bietet, aber so konzipiert ist, dass es bei einem Umzug rückstandsfrei demontiert und einfach mitgenommen werden kann. Es ist eine Investition in Ihren eigenen Lebensstil, nicht in die Immobilie eines anderen.

Dieser Artikel ist Ihr Praxis-Ratgeber für genau diesen Ansatz. Wir zeigen Ihnen, welche Geräte sich perfekt für ein solches nomadisches Setup eignen, wie Sie typische Fehler bei Kompatibilität und Sicherheit vermeiden und wie Sie ein leistungsstarkes, kohärentes und vor allem mieterfreundliches Smart Home in Deutschland aufbauen – ganz ohne Bohrmaschine und ohne formelle Anfrage beim Vermieter.

Für alle, die einen schnellen visuellen Einstieg in die Welt der smarten Geräte bevorzugen, bietet das folgende Video einen guten Überblick über die Möglichkeiten und den Nutzen eines intelligent vernetzten Zuhauses und ergänzt die praxisnahen Tipps dieses Ratgebers.

Um Ihnen den Aufbau Ihres eigenen, mieterfreundlichen Smart Homes zu erleichtern, haben wir diesen Artikel in übersichtliche Themenbereiche gegliedert. Von der Auswahl der richtigen Hardware bis hin zur Absicherung Ihres Netzwerks finden Sie hier alle entscheidenden Informationen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Welche smarten Thermostate lassen sich beim Auszug spurlos wieder abmontieren?

Smarte Heizkörperthermostate sind der Kern eines jeden effizienten Smart Homes in einer Mietwohnung. Sie versprechen hohe Einsparungen bei den Heizkosten und deutlichen Komfortgewinn. Die entscheidende Eigenschaft für Mieter ist jedoch die Rückbau-Garantie: Das Gerät muss sich ohne Werkzeug und ohne Spuren wieder demontieren lassen. Glücklicherweise ist genau das bei den meisten modernen Geräten der Standard. Sie werden einfach anstelle des alten, manuellen Thermostatkopfes auf das Ventil geschraubt. Der ursprüngliche Zustand der Wohnung kann so bei einem Auszug in wenigen Minuten wiederhergestellt werden.

Nahaufnahme eines smarten Thermostats während der Installation

Ein Praxistest für Mieter zeigt die Stärken aktueller Modelle: Das System von Tado X überzeugt beispielsweise mit einem aufladbaren Akku und nativer Matter-Unterstützung, was es besonders zukunftssicher macht. Homematic IP hingegen punktet mit einer riesigen, erweiterbaren Produktpalette und einem kostengünstigen Betrieb ohne Abo-Modell. Beide Systeme sind explizit darauf ausgelegt, ohne bleibende Veränderungen installiert zu werden. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, die originalen Thermostatköpfe sicher aufzubewahren, um sie bei der Wohnungsübergabe wieder montieren zu können.

Ihr Plan zur Auswahl des perfekten Miet-Thermostats

  1. Kontaktpunkte prüfen: Identifizieren Sie den Ventiltyp an Ihren Heizkörpern. Der M30x1,5-Standard ist in Deutschland am weitesten verbreitet und mit den meisten smarten Thermostaten kompatibel.
  2. Bestand sichern: Fotografieren Sie die originalen Thermostatköpfe vor der Demontage und bewahren Sie diese sicher auf. Dies ist Ihre Rückfalloption für den Auszug.
  3. Kohärenz sicherstellen: Prüfen Sie die Kompatibilität mit übergreifenden Standards wie Matter. Dies schützt Ihre Investition und verhindert, dass Sie in einem geschlossenen System gefangen sind.
  4. Dokumentation für den Auszug: Dokumentieren Sie die einfache Montage mit Fotos. Das hilft nicht nur bei der späteren Demontage, sondern dient auch als Nachweis für einen spurlosen Rückbau.
  5. Integrationsplan erstellen: Vergewissern Sie sich, dass die notwendigen Adapter für Ihre spezifischen Ventile im Lieferumfang des Thermostats enthalten sind, um eine reibungslose Installation zu gewährleisten.

Warum die smarte Steckdose für 10 € ein Brandrisiko sein kann?

Smarte Steckdosen, auch Smart Plugs genannt, sind das Schweizer Taschenmesser des Smart Homes. Sie machen jede Stehlampe, Kaffeemaschine oder jedes Ladegerät im Handumdrehen intelligent. Die verlockend günstigen Angebote von No-Name-Herstellern für unter 10 Euro bergen jedoch ein erhebliches und oft unterschätztes Risiko. Schlecht verarbeitete Elektronik, minderwertige Materialien und fehlende Schutzschaltungen können zu Überhitzung und im schlimmsten Fall zu einem Schwelbrand führen. Die Statistik ist alarmierend: Laut Experten hängt etwa ein Drittel aller registrierten Gebäudebrände in Deutschland mit Elektrizität zusammen. Billige Smart-Home-Geräte sind hier eine wachsende Gefahrenquelle.

Für Mieter ist die Konsequenz doppelt gravierend: Neben der unmittelbaren Gefahr für Leib und Leben kann ein durch ein nicht zertifiziertes Gerät verursachter Brand zu massiven haftungsrechtlichen Problemen mit dem Vermieter und der Versicherung führen. Der Schutz vor diesem Risiko ist zum Glück einfach: Achten Sie konsequent auf anerkannte deutsche und europäische Sicherheitszertifikate. Das CE-Zeichen allein ist dabei nur eine Herstellererklärung und bietet kaum Sicherheit.

Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen klaren Überblick, worauf Sie beim Kauf achten müssen, um auf der sicheren Seite zu sein. Geräte mit GS- oder VDE-Zeichen haben eine unabhängige und strenge Prüfung durchlaufen.

Sicherheitszertifikate im Vergleich: Was wirklich zählt
Zertifikat Bedeutung Prüfumfang Aussagekraft
CE-Zeichen Mindestanforderungen EU Herstellererklärung Gering
GS-Zeichen Geprüfte Sicherheit Unabhängige Prüfung Hoch
VDE-Zeichen Höchste Sicherheitsstandards Umfassende Tests Sehr hoch

Die Investition in eine Steckdose für 20 oder 30 Euro von einem Markenhersteller mit GS- oder VDE-Zeichen ist somit keine Frage des Luxus, sondern eine grundlegende Absicherung für Ihre Sicherheit und Ihren Versicherungsschutz. Dieser Mehraufwand ist ein kleiner Preis für die Gewissheit, dass Ihre smarten Geräte nicht zur Gefahrenquelle werden.

Alexa oder Google: Wer versteht deutsche Dialekte und Befehle besser?

Sprachassistenten sind die Seele eines modernen Smart Homes. Doch wie gut kommen die globalen Tech-Giganten mit der sprachlichen Vielfalt in Deutschland zurecht? Die gute Nachricht: Sowohl Amazon Alexa als auch der Google Assistant verstehen hochdeutsche Standardbefehle wie „Schalte das Licht im Wohnzimmer ein“ mittlerweile exzellent. Die Unterschiede zeigen sich im Detail, insbesondere bei regionalen Besonderheiten und komplexeren Anweisungen. Hier hat Alexa leichte Vorteile bei typisch deutschen Begriffen, was auf die größere und länger bestehende Datenbasis deutscher Nutzer zurückzuführen ist. Ein Befehl, der den schwäbischen Begriff „Kehrwoche“ oder den nützlichen Befehl „aktiviere Stoßlüften für 10 Minuten“ enthält, wird von Alexa oft zuverlässiger interpretiert.

Sprachassistent in gemütlichem deutschen Wohnzimmer

Der Google Assistant punktet hingegen bei der Kontexterkennung und dem Verständnis von komplexeren, aufeinanderfolgenden Befehlsketten. Eine Anweisung wie „Schalte das Licht an und setze die Heizung auf 21 Grad, aber nur im Arbeitszimmer“ wird von Google oft flüssiger verarbeitet. Für Mieter sind jedoch auch Datenschutzaspekte entscheidend. Grundsätzlich werden Sprachdaten zur Verbesserung des Dienstes verarbeitet. Amazon speichert diese primär auf Servern in den USA, während Google auch Rechenzentren in der EU nutzt. Beide Anbieter ermöglichen es Nutzern aber, ihre Sprachaufnahmen in den jeweiligen App-Einstellungen einzusehen und zu löschen. Ebenso lässt sich die Empfindlichkeit des Mikrofons anpassen, um Fehlauslösungen durch Gespräche oder den Fernseher zu reduzieren.

Ein wichtiger Punkt für das Zusammenleben in einem Mehrfamilienhaus ist das Persönlichkeitsrecht der Nachbarn. Platzieren Sie Ihre smarten Lautsprecher so, dass sie nicht versehentlich Gespräche aus der Nachbarwohnung aufzeichnen können. Dünne Wände in Altbauten können hier eine Herausforderung sein. Im Zweifel gilt: lieber etwas leiser stellen und das Gerät nicht direkt an einer Wand zum Nachbarn positionieren.

Der Fehler, 5 verschiedene Apps für Licht, Heizung und Rollladen nutzen zu müssen

Einer der größten Frustfaktoren beim Aufbau eines Smart Homes ist die Fragmentierung. Man kauft ein smartes Thermostat von Hersteller A, schicke Lampen von Hersteller B und eine Steckdose von Hersteller C – und am Ende jongliert man mit drei oder mehr verschiedenen Apps. Dieses Chaos aus sogenannten „Insel-Lösungen“ ist nicht nur unkomfortabel, sondern verhindert auch, dass die Geräte intelligent zusammenarbeiten können. Eine Heizung, die nicht weiß, dass ein Fenster geöffnet ist, oder ein Licht, das nicht auf den Befehl des zentralen Sprachassistenten reagiert, macht den „smarten“ Aspekt zunichte. Dieser Fehler ist besonders für Mieter fatal, die auf ein flexibles, portables System angewiesen sind.

Die Lösung für dieses Problem hat einen Namen: Matter. Dieser relativ neue, offene Verbindungsstandard wird von fast allen großen Herstellern wie Apple, Google, Amazon, Philips Hue und vielen mehr unterstützt. Das Ziel von Matter ist es, eine gemeinsame Sprache für smarte Geräte zu schaffen. Wenn ein Gerät Matter-zertifiziert ist, kann es nahtlos mit jedem Matter-kompatiblen Hub (wie einem Apple HomePod, Google Nest Hub oder Amazon Echo) und somit auch mit Geräten anderer Hersteller kommunizieren. Dies ist der Schlüssel zum Aufbau eines echten, nomadischen Smart Homes. Wie stark die Bewegung ist, zeigt sich daran, dass bereits über 25 große Hersteller den Matter-Standard unterstützen, wodurch Geräte herstellerübergreifend kompatibel werden.

Praxisbeispiel: Aufbau eines nomadischen Smart Homes

Ein Mieter berichtet vom erfolgreichen Aufbau eines rein auf Matter basierenden Systems. Er begann mit einem Apple TV als Steuerzentrale (Hub). Schritt für Schritt erweiterte er sein Setup mit Matter-zertifizierten Thermostaten von Eve, Lampen von Philips Hue und Steckdosen von AVM. Alle Geräte ließen sich problemlos in einer einzigen App (Apple Home) steuern und für gemeinsame Automationen nutzen. Nach seinem Umzug in eine neue Wohnung war das gesamte System innerhalb von nur zwei Stunden wieder vollständig einsatzbereit – ein perfektes Beispiel für gelungenen Investitionsschutz.

Indem Sie von Anfang an auf den Matter-Standard setzen, vermeiden Sie den App-Dschungel und bauen ein kohärentes, zukunftssicheres und vor allem beim nächsten Umzug leicht mitnehmbares System auf. Sie investieren in Ihre eigene Technik, nicht in Insellösungen, die an die Wohnung gebunden sind.

Wie Sie mit smarten Sensoren 15% Heizkosten in einem Altbau sparen?

Gerade in deutschen Altbauten mit oft mäßiger Dämmung und hohen Decken explodieren die Heizkosten schnell. Viele Mieter glauben, hier machtlos zu sein, da sie keine baulichen Veränderungen wie eine neue Isolierung vornehmen dürfen. Doch genau hier entfaltet ein smartes Heizsystem sein volles Potenzial und kann zu erheblichen Einsparungen führen. Studien und Praxisberichte zeigen, dass durch eine intelligente Steuerung je nach individuellem Heizverhalten und Gebäudebeschaffenheit eine Heizkostenersparnis von 10 bis 28 % möglich ist. Für einen typischen Haushalt kann das eine jährliche Ersparnis von 150 bis 300 Euro bedeuten. Die oft genannten 15 % sind also ein absolut realistischer Wert.

Das Geheimnis liegt nicht nur im smarten Thermostat selbst, sondern in der Kombination mit weiteren, unauffälligen Sensoren. Kleine, kabellose Fenster- und Türsensoren, die einfach an den Rahmen geklebt werden, sind hier die wichtigsten Helfer. Sie erkennen, wenn ein Fenster zum Lüften geöffnet wird, und senden ein Signal an das Thermostat, das die Heizung in diesem Raum sofort herunterregelt. Damit gehört das Heizen zum Fenster hinaus der Vergangenheit an. Aber das ist nur einer von vielen intelligenten Spar-Tricks.

Hier sind die effektivsten „Spar-Rezepte“ für Mieter in Altbauten, die sich leicht umsetzen lassen:

  • Fenster-offen-Erkennung: Koppeln Sie Fenster- und Türsensoren direkt mit den Thermostaten. Sobald ein Fenster länger als eine Minute geöffnet ist, schaltet die Heizung automatisch ab und nach dem Schließen wieder an.
  • Individuelle Zeitpläne: Erstellen Sie für jeden Raum einen eigenen Heizplan, der auf der tatsächlichen Nutzung basiert. Das Bad muss nur morgens und abends warm sein, das Arbeitszimmer nur während der Arbeitszeiten.
  • Intelligente Nachtabsenkung: Reduzieren Sie die Temperatur in allen ungenutzten Räumen (wie Wohn- und Arbeitszimmer) über Nacht automatisch auf 16-17 °C.
  • Geofencing nutzen: Erlauben Sie dem System, über den Standort Ihres Smartphones zu erkennen, ob jemand zu Hause ist. Die Heizung fährt automatisch herunter, wenn der letzte Bewohner die Wohnung verlässt, und heizt rechtzeitig vor, bevor der erste zurückkehrt.
  • Verbrauch analysieren: Nutzen Sie die wöchentlichen oder monatlichen Verbrauchsberichte in der App, um zu sehen, wo das meiste Geld verheizt wird, und optimieren Sie Ihre Zeitpläne entsprechend.

Durch diese Kombination aus Automatisierung und bewusster Steuerung übernehmen Sie die volle Kontrolle über Ihren Energieverbrauch – die effektivste Methode, um als Mieter ohne bauliche Eingriffe Geld zu sparen.

Wie programmiert man den Hub, damit die Heizung ausgeht, sobald das letzte Fenster offen ist?

Die wahre Magie eines Smart Homes liegt in den Automationen – den „Wenn-Dann-Regeln“, die den Alltag erleichtern, ohne dass man einen Finger rühren muss. Ein klassisches und extrem nützliches Beispiel für Mieter ist die automatische Heizungssteuerung beim Lüften. Die Frage ist: Wie richtet man eine solche Regel konkret ein? Am Beispiel der in Deutschland weitverbreiteten Fritz!Box als Smart-Home-Zentrale lässt sich dieser Prozess einfach nachvollziehen. Viele andere Systeme wie Apple HomeKit, Google Home oder Home Assistant funktionieren nach einem sehr ähnlichen Prinzip.

Das Ziel ist eine Regel, die nicht nur auf ein einzelnes offenes Fenster reagiert, sondern die Heizung erst dann abschaltet, wenn das letzte relevante Fenster in einem Raum geöffnet wird. Dies verhindert, dass die Heizung unnötig an- und ausgeht. Hier ist eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Fritz!Box Smart Home:

  1. App öffnen und Automation starten: Öffnen Sie die Fritz!App Smart Home auf Ihrem Smartphone und navigieren Sie zum Bereich „Szenarien & Automationen“.
  2. Neuen Auslöser (Trigger) festlegen: Erstellen Sie eine neue Automation. Als Auslöser (Trigger) wählen Sie „Gerät wird geschaltet“ und wählen dann Ihren Fenstersensor mit der Bedingung „Fenster meldet offen“.
  3. Bedingung für alle Fenster hinzufügen: Fügen Sie nun eine zusätzliche Bedingung hinzu. Wählen Sie hier „Wenn alle Geräte einen Zustand haben“ und gruppieren Sie alle Fenstersensoren des Raumes mit dem Zustand „offen“.
  4. Aktion definieren: Legen Sie die Aktion fest, die ausgeführt werden soll. Wählen Sie hier Ihr smartes Heizkörperthermostat und die Aktion „Temperatur einstellen“ auf einen Frostschutzwert (z. B. 5 °C).
  5. Rückkehr-Automation erstellen: Erstellen Sie eine zweite, umgekehrte Automation. Der Auslöser ist hier, wenn ein Fenstersensor „geschlossen“ meldet. Die Aktion ist, das Thermostat wieder auf die zuvor eingestellte Komfort-Temperatur zu setzen.

Neben dem Energiesparen lassen sich auch clevere Sicherheitsfunktionen für Mieter umsetzen, wie eine Anwesenheitssimulation. Hierbei werden zum Beispiel Philips Hue Lampen über eine Zufallsfunktion abends unregelmäßig geschaltet, um den Eindruck zu erwecken, es sei jemand zu Hause. Solche Automationen laufen oft komplett lokal auf dem Hub und benötigen keine ständige Verbindung zum Internet, was die Sicherheit und Zuverlässigkeit erhöht.

Können Hacker über Ihre smarte Glühbirne in Ihr Netzwerk eindringen?

Die Frage klingt nach Science-Fiction, ist aber leider berechtigt. Jedes Gerät, das mit Ihrem WLAN verbunden ist, stellt potenziell ein Einfallstor für Angreifer dar. Besonders günstige Smart-Home-Produkte von unbekannten Herstellern sind oft unzureichend gesichert, erhalten keine Sicherheitsupdates und können Schwachstellen aufweisen. Ein Angreifer könnte eine solche Schwachstelle in einer smarten Glühbirne oder Steckdose ausnutzen, um sich Zugang zu Ihrem Heimnetzwerk zu verschaffen und von dort aus empfindlichere Geräte wie Ihren Laptop oder Ihr NAS-System anzugreifen. Diese Gefahr wird von Experten bestätigt.

No-Name-Serien bieten oft nur ausgewählte Komponenten an und stellen ein Sicherheitsrisiko dar.

– Bernd Dechert, Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH)

Als Mieter haben Sie jedoch eine einfache und extrem wirksame Methode, um dieses Risiko drastisch zu reduzieren, ohne auf smarte Geräte verzichten zu müssen: die Netzwerk-Segmentierung mittels eines Gast-WLANs. Fast alle modernen Router, insbesondere die in Deutschland beliebten Fritz!Box-Modelle von AVM, bieten diese Funktion. Die Idee ist, ein komplett separates Netzwerk nur für Ihre Smart-Home-Geräte zu erstellen. Dieses Gastnetz hat zwar Zugang zum Internet (damit die Geräte funktionieren), aber keinen Zugriff auf Ihr eigentliches Heimnetz, in dem sich Ihre Computer, Smartphones und privaten Daten befinden. Sollte also ein Gerät kompromittiert werden, bleibt der Angreifer in diesem isolierten „Sandkasten“ gefangen.

Die Einrichtung auf einer Fritz!Box ist in wenigen Minuten erledigt:

  1. Gastnetzwerk aktivieren: Loggen Sie sich in die Benutzeroberfläche Ihrer Fritz!Box ein und aktivieren Sie unter „WLAN > Gastzugang“ den Gastzugang.
  2. Sicheres Passwort vergeben: Vergeben Sie für dieses neue WLAN ein eigenes, sehr langes und sicheres Passwort (mindestens 20 Zeichen, eine Mischung aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen).
  3. Geräte ins Gastnetz verschieben: Verbinden Sie alle Ihre Smart-Home-Geräte (Lampen, Steckdosen, Sensoren etc.) ausschließlich mit diesem neuen Gast-WLAN.
  4. Zugriff auf Heimnetz blockieren: Stellen Sie sicher, dass in den Einstellungen des Gastzugangs die Option aktiviert ist, die den Geräten im Gastnetz den Zugriff auf das Heimnetz verbietet.
  5. Regelmäßige Updates: Halten Sie die Firmware Ihrer Fritz!Box (Fritz!OS) immer auf dem neuesten Stand, um von den aktuellsten Sicherheitsverbesserungen zu profitieren.

Mit dieser einfachen Maßnahme erreichen Sie ein hohes Maß an digitaler Souveränität und schützen Ihr privates Netzwerk effektiv, selbst wenn Sie günstigere Smart-Home-Geräte einsetzen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rückbau-Garantie als oberstes Gebot: Wählen Sie ausschließlich Geräte (Thermostate, Sensoren, Leuchtmittel), die sich rückstandsfrei entfernen lassen. Das ist Ihr bester Schutz vor Konflikten mit dem Vermieter.
  • Sicherheit vor Preis: Ignorieren Sie Lockangebote ohne anerkannte Sicherheitszertifikate. Geräte mit GS- oder VDE-Siegel schützen Sie vor Brandgefahr und Haftungsproblemen.
  • Matter für den Investitionsschutz: Setzen Sie auf den Matter-Standard, um ein flexibles, herstellerunabhängiges Ökosystem aufzubauen, das Sie beim nächsten Umzug 1:1 mitnehmen können.

Matter-Standard erklärt: Können Sie jetzt endlich Apple- und Google-Geräte mischen?

Ja, genau das ist das Versprechen von Matter und der Grund, warum dieser Standard für Mieter ein wahrer Segen ist. Matter fungiert als universeller Übersetzer zwischen den Geräten verschiedener Hersteller und den großen Smart-Home-Plattformen von Apple (HomeKit), Google (Google Home), Amazon (Alexa) und Samsung (SmartThings). Bisher mussten Sie sich für ein Ökosystem entscheiden. Wollten Sie Apple HomeKit nutzen, brauchten Sie „Works with Apple HomeKit“-zertifizierte Geräte. Mit Matter fällt diese Barriere weg. Ein Matter-fähiges Thermostat kann gleichzeitig von Ihrem iPhone über HomeKit, von Ihrem Android-Tablet über Google Home und per Sprachbefehl an einen Alexa-Lautsprecher gesteuert werden. Alle sprechen plötzlich dieselbe Sprache.

Dies ermöglicht den Aufbau eines echten nomadischen Ökosystems und bietet maximalen Investitionsschutz. Sie können heute die besten Geräte jeder Kategorie kaufen, unabhängig vom Hersteller, und sicher sein, dass sie zusammenarbeiten. Und wenn Sie in drei Jahren umziehen und sich entscheiden, von Apple zu Android zu wechseln, funktioniert Ihre teure Smart-Home-Ausrüstung einfach weiter. Sogar ältere, nicht-Matter-fähige Geräte können oft über eine sogenannte „Matter-Bridge“ in das neue System integriert werden. Ein Nutzer berichtete beispielsweise, wie er mit einer Philips Hue Bridge für 60 € seine gesamte Sammlung älterer Hue-Lampen im Wert von 400 € nahtlos in sein neues Matter-basiertes Setup integrieren konnte.

Allerdings ist der Standard noch jung und nicht alle Gerätekategorien sind gleich ausgereift. Der folgende Einkaufsführer gibt eine Einschätzung für Mieter, die Ende 2024 investieren möchten:

Matter-Einkaufsführer für Mieter Ende 2024
Gerätekategorie Ausgereift Empfehlung für Mieter Preisbereich
Leuchtmittel Ja Sehr empfehlenswert 15-50€
Steckdosen Ja Empfehlenswert 20-40€
Thermostate Teilweise Mit Einschränkungen 50-100€
Sensoren Ja Sehr empfehlenswert 20-40€

Die Entscheidung für einen übergreifenden Standard ist die wichtigste Weichenstellung für ein zukunftssicheres System. Es ist entscheidend, die Prinzipien von Matter zu verstehen, um langfristig kluge Kaufentscheidungen zu treffen.

Beginnen Sie noch heute mit dem Aufbau Ihres eigenen nomadischen Smart Homes. Mit der richtigen Auswahl an rückbaubaren, sicheren und Matter-kompatiblen Geräten investieren Sie nicht in die Wände Ihres Vermieters, sondern direkt in Ihren eigenen Komfort und Ihre Lebensqualität – eine Investition, die Sie bei jedem Umzug begleitet.

Geschrieben von Richter Dr. Jonas, Fachanwalt für IT-Recht und zertifizierter Datenschutzbeauftragter (TÜV) mit Spezialisierung auf mobile Sicherheit und DSGVO-Compliance. Er schützt digitale Identitäten und Unternehmensdaten vor Cyberkriminalität.